Mittwoch, 11. Januar 2012

BlaA-Tippfehlergala, die Dritte

Gestern auf der BlaA-Front: Sepp Blatter schwingt wegen Shakira seine "Hüf-". Was soll das bedeuten? Eine poetische Plural-Form ("Sepp schwingt seine Hufe")? Und warum ist da Shakira statt Sepp Blatter abgebildet, wo doch er seine Hüf schwingt?

Fragen über Fragen. Am Tag danach (Mittwoch, 11. Januar 2012) tippte die BlaA-Redaktion ebenfalls fleissig daneben. Da steht etwa: "Autos konnte gerade noch ausweichen". Und leider geht es nicht um einen Herrn Autos. Dann hätte ja alles seine Richtigkeit gehabt.

Ausgerechnet in der Intellektuellen-Rubrik "Hintergrund" (S. 13) häufen sich dann die Fehler. Es geht um Eselsbrücken.


Ein Satz aus dem Text trifft ganz genau auf den ganzen Artikel zu: "Gerne kommen Merksprüche auch eine Spur unkorrekt daher". Allerdings nicht politisch, sondern sprachlich unkorrekt.

Da finden wir den Planeten Merkus, den es leider nicht einmal in Merksprüchen gibt. Oder wir erfahren etwas über die "Namen der fünf Gitarrenseiten". Gefolgt von sechs "Namen" - denn bekanntermassen hat eine Gitarre sechs Saiten. Ja, Saiten, nicht Seiten.

Schön auch die Stalaktiten (die Tropfsteine, die wie "Hänge-Titten von der Decke wachsen". Korrekt: Es heisst Stalaktiten. Nicht Stalagtiten. Nur sind leider beide Versionen im Text vorhanden.
Was "ogar kleinen Bächen" sind, wissen wir nicht. Wir möchten ein "s" kaufen. Und wir haben ebenfalls einen Tipp: Wo Eselsbrücken versagen, hilft beim Verfassen von Texten die Autokorrektur, der Duden, oder das Korrektorat. Es macht den Anschein, dass diese drei Hilfsmittel nicht zur Hand waren.
Man kann sich natürlich immer auch mit Copy-Paste behelfen, wenn man nicht sicher ist, ob man es schafft, ein Wort korrekt zu tippen. Man sollte es aber nach Möglichkeit unterlassen, das fast mit jedem Wort von Sätzen zu tun, die jemand anders geschrieben hat. 

(Blick am Abend, 11.1.2012)
(Bild.de, 2011)

Dienstag, 10. Januar 2012

Leserblogger: Schellenbergs Zigarette

Es ist offiziell: Wir haben die besten und fleissigsten Leser der Welt. Einer davon hat uns eine Frage bezüglich der Kolumne von Ex-TV-Direktor Peter Schellenberg gestellt. Die da lautete:

zum Vergrössern klicken
Der Peter Schellenberg hat in seinem "Profilbild" zu seiner Kolumne ... eine Zigarette in der Hand.
Das ist doch ziemlich out, sich so in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ist "der Alte" nun tatsächlich so Rock'n'Roll oder wurde die Zigarette tatsächlich ins Bild montiert, wie's nämlich etwas den Eindruck macht?

Eine Mission für Franky! 
In der Tat: Eine ehrenvolle Mission, die wir selbstverständlich erfüllten. Denn wenn man, wie unser Leser, ganz genau hinschaut, dann ist das hintere Zigarettenteil zum vorderen Zigarettenteil in der Gerade um geschätzte 0.05 Millimeter verschoben. Eine schlecht gemachte Montage? Oder einfach unsauber ausgeschnitten bei der Bild-Bearbeitung?

BlaABlog hat bei Herrn Schellenberg nachgefragt. Die Antwort: Aber klar ist das eine echte Zigarette! Hier das amüsante Mail im Wortlaut:

Grüezi Herr Armee

Die Zigarette in der Hand ist ebenso echt, wie meine Frisur, die immer wieder Anstoss erregte und schon mal einen Fernsehzuschauer veranlasste, mir Fr. 20.- für den Coiffeur zu schicken. Das Geld erhielt meine Frau, die mir seit 1968 die Haare schneidet.

Allerdings rauche ich seit einigen Jahren keine Zigaretten mehr, sondern "Krumme". Das ändert aber an der Echtheit des Bildes nichts.

Mit freundlichen Grüssen

Das Rätsel um Peter Schellenbergs Zigarette im Blick am Abend wäre somit geklärt. Da hat wohl jemand die Zigarette im Programm nicht 100% sauber ausgeschnitten. Und endlich ist auch das Geheimnis von Peter Schellenbergs Coiffeur gelüftet.

Montag, 9. Januar 2012

Leserblogger: Falsch gerechnet

Freude herrscht beim BlaABlog Team: Ein aufmerksamer Blick-am-Abend-Leser (er nennt sich im Mail Helmut-Maria Glogger, aber wir glauben ihm nicht wirklich) hat uns eine BlaA-Geschichte geschickt. Inklusive Bildmaterial! Gerne veröffentlichen wir den ersten Beitrag eines Leserbloggers:

Auf Seite 5 der Ausgabe von heute [Freitag, 6. Januar], hat sich ein netter Fehler eingeschlichen. Wahrscheinlich sind die Taschenrechner im Hause Ringier ausgefallen. 
(Klicken zum Vergrössern)
Laut Bildunterschrift hat Sarkozy eine Grösse von (1,60) und Bruni (1,78). Im letzten Abschnitt des Textes weist man noch einmal explizit auf den Grössenunterschied der beiden hin, der hier aber nur noch 13 Zentimeter beträgt. (1,78 - 1,60 = 0,18): Suspect! 

Herzlichst Helmut-Maria Glogger

Achso, die anderen zahlreichen Fehler in der [gleichen] Ausgabe: Seite 17: Der Ort heisst nicht Zaffarena sondern Zafferana / Seite 12: Rubrik "HEUTE FEIERN" - Frau Teissier (meine Inspirationsquelle für meine Artikel auf der letzten Seite) wird 74 und nicht 73.

Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich für den gelungenen Beitrag! Falls Ihnen ebenfalls etwas Interessntes im BlaA auffällt: Ein Mail an frankyarmee [et] gmail.com genügt.

Freitag, 6. Januar 2012

Hitler ohne Schnauz

Bildlegenden sind manchmal Glücksache: am Freitag, 7. Dezember 2012 zeigt BlaA in der Rubrik "Neues aus Absurdistan" einen Herrn mit grauen Haaren und Brille - und nennt ihn Adolf Hitler. Es ist anzunehmen, dass es sich beim Abgebildeten um den Pfarrer handelt, welcher den jungen Hitler angeblich vor dem Ertrinken gerettet haben soll.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Schnäbi und Co.: Bodychecks tun weh

Es gehört zur Natur von Bodychecks, dass sie Schmerzen verursachen. Die Bodychecks im heutigen Blick am Abend tun uns aber eher im Hirn weh.

Körperteile sind schon auf der BlaA-Front vom 5. Januar 2012 im Check: "Schnäbi-Alarm im Kinder-Katalog". Man könnte an dieser Stelle anfügen: Kindersprachen-Alarm im Blick am Abend. Überhaupt: Körper-Alarm im ganzen Blatt! "Hartmanns Bart ist ab"! (die People-Meldung des Tages: Nik Hartmann hat sich rasiert). Und natürlich auch: "Pitts Sperma-Spende gibt schweren Ärger". Gemeint ist die angebliche Sperma-Spende an Jennifer Aniston.

Apropos Jennifer Aniston: Weibliche Körperteile zeigt der BlaA ebenfalls gerne auf der Front. Heute ist es - schon wieder - Jennifer Aniston. Und wie schon im Dezember sieht es ganz danach aus, als habe Blick am Abend (als Fotolegende steht: "zvg") das Aniston-Foto geklaut. Von hier nämlich.

"Bodycheck" ist auch als Rubrik angesagt: Dr. Adel Abdel-Latif schreibt diesmal eine Zusammenfassung seiner gesammelten Prominenten-Diagnosen des vergangenen Jahres: "Die Gesundheitsleiden der Stars im Jahr 2011.

Wie immer stellt Radiologe Dr. Adel Abdel-Latif seine Diagnosen mit viel Feingefühl. Und er weiss: das vergangene Jahr war, "was die einzelnen Gesundheitszustände der Stars anbelangt, überaus ereignisreich". Angefangen mit Amy Winehouse (auch der Laie weiss: Die Ausnahme-Soul-Sängerin ist tot - nichts mehr zu machen): Sie "verstarb nicht an einer Überdosis Heroin, sondern an einer Alkoholvergiftung". Nach elf weiteren kranken oder verstorbenen Prominenten (bei Jopie Heesters stellt Dr. Abdel-Latif ebenfalls den Tod fest) schliesst der Mediziner mit den Worten: "Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesundes Jahr!"

Zu spät. Nach der Lektüre dieses Bodychecks fühlt man sich irgendwie bereits etwas krank. Es ist derselbe Effekt, der sich bei vielen Menschen beim Schauen von Sendungen wie "Puls" einstellt. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker: Nie gibt es so viele verzweifelte Anrufe und Besuche wie am Morgen nach der Ausstrahlung dieser Sendung. Sie ist damit für die hohen Gesundheitskosten direkt mitverantwortlich und sollte der Volksgesundheit zuliebe verboten werden.

Etwas krank war übrigens auch der Hockey-Artikel der BlaA-Sportredaktion Ende Dezember 2011. Es ging darin um - richtig - Bodychecks. Unter der Oberzeile "Weiber Sport" und "Kastriertes Eishockey" regte sich ein Mann gewaltig über angebliche Regeländerungen im Eishockey auf. Es geht scheinbar das Gerücht um, dass Bodychecks in der Defensivzone verboten werden sollen, weil die Zahl der Verletzungen dramatisch zugenommen hat.

Nun kann man sicherlich darüber diskutieren, ob eine solche Neu-Regelung dem Sport zugute kommt oder nicht. Wie darüber berichtet wird, ist aber wieder einmal Sexismus in Reinform. Das zeigen bereits Titel und Oberzeile deutlich. Gemäss BlaA ist Eishockey ein Sport für "harte Burschen" (sicher nichts für Mädchen jedenfalls). Jetzt "droht aber die Kastration" (denn wenn ein Sport weniger brutal wird - "nicht selten fliesst auch mal Blut" - bedeutet das gemäss BlaA logischerweise, dass er weniger männlich wird). "Ein Sport für Männer".

So betrieben steht der Männersport "Sportjournalismus" im Offside. Mit oder ohne Bodychecks.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Blick am Abend kann ihre Gesundheit gefährden

Sehr geehrte Leserinnen und Leser des BlaABlog

Nach zwei Monaten täglicher Blick-am-Abend-Lektüre ist es nötig, eine Gesundheitswarnung vor dem Blick am Abend auszusprechen.

Selbstverständlich sprechen wir nicht von der geistigen Gesundheit. Die Gehirnzellen werden beim Lesen ja angeregt, das ist bekannt. Nein, es geht um das körperliche Wohlbefinden. Und das ist potentiell in Gefahr, wenn Sie den Blick am Abend beim Wort nehmen.

Im Neujahrs-BlaA (29.12.2011) stand als möglicher guter Vorsatz, den man aber "sowieso nicht einhalten" könne: "Keine Kohlenhydrate mehr zu essen". Liebe Leserinnen und Leser: Bitte versuchen Sie das nicht. Ohne Kohlenhydrate stirbt der Mensch (zum Glück ist es ziemlich schwierig, keine Kohlenhydrate mehr zu essen, weil sie in fast jedem Nahrungsmittel vorkommen. Es geht eigentlich nur, wenn man nichts isst. Bitte tun Sie sich das nicht an).

Eigentlich weiss auch der BlaA, dass es ohne Kohlenhydrate nicht geht. So schreibt er am Mittwoch, 4. Januar 2012 auf der "Hintergrund"-Seite (S. 13; Titel: "Hier gehts zur schlanken Linie"): "Auch dürfen Nahrungsmittelgruppen wie Fette, Kohlenhydrate oder Eiweisse nicht einfach weggelassen werden."


Das ist richtig! Es gibt kaum etwas unerträglicheres und unglücklicheres als Menschen, die zu wenig essen, die sich die ganze Zeit mit ihrem Gewicht beschäftigen. Oder? Laut BlaA ist es nicht so: "Essen bietet nie nachhaltig Trost". Und weiter: "Wer sich überwiegend unwohl fühlt, muss vermutlich andere Lebensbereiche neu überdenken".


Typisches Diätwahndenken: Wer ihm verfällt, findet im Essen natürlich nie Trost. Höchstens ein schlechtes Gewissen. Wir vom BlaABlog (kombinierter Bodymass-Index: 59) wissen: Essen spendet durchaus nachhaltigen Trost. Sie müssen einfach gut essen. Mit Freude. Und ab und zu mit Freunden. Es gibt kaum etwas Schöneres. Und sollten Sie sich "überwiegend unwohl" fühlen, wenn Sie ans Essen denken: Essen Sie etwas. Hunger - da sind sich Experten einig - bietet ganz sicher keinen nachhaltigen Trost.

Auch sonst lernt man immer wieder Verblüffendes zum Thema Gesundheit im Blick am Abend. Dr. Adel Abdel-Latif zum Beispiel prüft regelmässig "Stars auf Herz und Nieren". Mit viel Feingefühl fragte er im November, ob Robin Gibbs Leberkrebs das Todesurteil für den Sänger bedeute. Abdel-Latif kam zum Schluss: "Aus meiner eigenen ärztlichen Erfahrung ist die Prognose, vorausgesetzt die Diagnose stimmt, aber leider als eher schlecht einzustufen." Überraschend!

Zuweilen stellen beim BlaA nicht nur Ärzte, sondern auch Journalisten medizinische Diagnosen. Etwa, wenn es um den Geisteszustand von Angelina Jolie geht: "PSYCHO -> Angelina Jolie spinnt."

Das kann natürlich sein. Die Redaktoren werden das schon wissen. Wir wissen nur eines mit Sicherheit: Essen ist gesund. Deshalb: Essen Sie bitte genügend Kohlenhydrate. Wir möchten Sie weiterhin gerne beim BlaABlog begrüssen dürfen.

Hochachtungsvoll


Franky Armee und Mad Crawler

Dienstag, 3. Januar 2012

Glogger zeigt als Blocher keine Reue

In der Neujahrsausgabe (29.12.2011) schrieb Helmut-Maria Glogger stolz: "Klar: Bei über 700 Mails macht man Fehler. Doch nie fiel in diesen Jahren auch nur ein «Glogger mailt» aus. Egal, wo ich war. Via Computer, SMS, Telefon – Glogger ist die Konstante auf der letzten Seite von Blick am Abend."

Kein einziges ausgefallenes Mail: Helmut-Maria Glogger ist schonungslos. Interessant wäre aber gewesen, zu erfahren, in welchen seiner Mails Glogger Fehler sieht. Denn er nennt keinen einzigen. Dafür erfahren wir, wer sich weiterhin auf die gefürchteten Mails (die Glogger gar nicht verschickt) freuen darf (sehr fantasievoll: Hämmerle, Vasella, Francine Jordi und Florian Ast).

Glogger schliesst sein Neujahrsmail mit folgenden Worten: "Fehlbar sind wir alle. Und das macht mir Mut. Für 2012."


Natürlich macht es Mut, dass wir alle weiterhin fehlbar bleiben. Wo kämen wir da sonst hin. Glogger selbst zeigte sich am Dienstagmorgen, 3. Januar 2012, bereits fehlbar. Er fuhr auf dem Weg zur Arbeit zu schnell und musste 120 Franken Busse zahlen. Das kann passieren.

Seltsamerweise macht der BlaA über dieses Malheur heute einen Artikel. Auf der Zürich-Seite (11). Dort mahnt Glogger (der Artikel ist nicht gezeichnet - aber es ist davon auszugehen, dass Glogger der Autor ist) nicht etwa die BlaA-Leser (vornehmlich Tram-, Zug- und S-Bahn-FahrerInnen), mit dem Auto nicht zu schnell zu fahren.

Im Gegenteil: Glogger als Blocher fühlt sich "abgezockt". "Neues Jahr, alter Ärger" (ist Glogger gar ein Serien-Blocher?) - und der rasende Reporter weiss zudem ganz sicher: "Eine Strasse ohne jede Verkehrsgefährdung - ausser einem Reh, Hirsch oder Dackel, der sich verlaufen hat, überquert niemand die neue, jetzt einspurige Fahrbahn". (Merke: Rehe, Hirsche und Dackel kann man getrost überfahren).

Wie auch immer: Wir fanden diesen nicht als Satire gekennzeichneten Artikel im News-Teil bemerkenswert. Zumal er auch aus dem Haus kommt, das die Raserinitiative mit dem Blick aktiv unterstützt.


Wir nehmen uns jedenfalls vor, bei Gelegenheit auch mal die Regionalseiten anderer Städte anzuschauen. Vielleicht erfahren wir ja, dass die Berner Redaktion wegen Freihändig-Velo-Fahrens gebüsst wurde. Oder, dass der Basel-Redaktor jeden Morgen Dackel bedroht. Wir bleiben dran. Und wir wissen: Fehlbar sind wir alle. Das macht uns Mut. Für 2012. Für den BlaABlog.