Freitag, 2. Dezember 2011

Vonnsinnig lustige Wortspiele

Es tut mir leid, sehr geehrte Leserschaft, aber ich muss schon wieder über die Sprache im Blick am Abend schreiben. Diesmal geht es um das Wortspiel.

Nichts gegen Wortspiele. Im Gegenteil. Aber der BlaA scheint in letzter Zeit geradezu besessen davon zu sein, Wortspiele mit den Namen von Personen zu machen. Das ist meistens weder nötig noch lustig.

Beim BlaA ist man anderer Meinung:

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht (Humor ist immer auch ein bisschen Geschmacksache), aber ich finde das nicht so vonnsinnig lustig.

Ebenso unsinnig ist, wenn der BlaA Worte etwas aufpeppt - nur, weil jemand einen (für unser Sprachempfinden) etwas speziellen Namen trägt. Kimi Räikkönen gibt sein Comeback. Comebäkk. Räikkönen. Also ich weiss nicht. Man muss vielleicht etwas lachen, wenn man es genug oft wiederholt, aber eher nicht so, wie der Schreiber sich das wohl vorgestellt hat.

Die BlaA-Titelseite über den neuen UBS-Chef Sergio Ermotti ist nicht einmal unfreiwillig komisch. "Herr Ermotti" mutiert zu "Herr Motti". Vermutlich, damit man das Wortspiel "Herr Motti sucht das Glück" machen kann, bei welchem es sich vielleicht um eine Anspielung auf die Zeichentrick-Serie "Herr Rossi sucht das Glück" handelt. Herr Ermotti, Herr Motti, Herr Rossi: Sehr ähnlich, nicht wahr? Was das eine mit dem anderen zu tun hat, das will sich mir beim besten Willen nicht erschliessen. Herr Rossi ist, wenn ich mich recht erinnere, ein Fabrikarbeiter, kein Banker.

Den ersten Preis erhält aber nicht Herr (Er)motti, der geht an "Ueli Maurersson". Die Ikea-Jets (die Gripen-Flieger kommen aus Schweden, und die Schweizer müssen sie anscheinend selbst zusammenbauen): Das ist lustig. Aber Ueli Maurersson? Ungefähr so lustig und passend wie Ueli Überschallmaurer.

Was da noch kommen mag? Steigerungspotential ist durchaus vorhanden. "Johann-Schneider Amarsch? Wiederwahl in Gefahr!" (praktisch: nächstes Jahr ersetzbar mit "Barack Obamarsch"). Oder vielleicht: "Christoph Öbigli: Darum geht sein Sünneli unter"? Wir sind gespannt.

Kommentare:

  1. Das wüssten wir auch gerne. Die Journalisten selber sind es hoffentlich nicht.

    Hochachtungsvoll
    Franky Armee

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